• FEBRUAR 2018
  • Vernissage

    Reservoir Moderne

    Die Künstler dieser Ausstellung beziehen sich auf die Moderne. Sie befragen konzeptionelle, programmatische und formale Traditionen des frühen 20. Jahrhunderts, die sich als Parameter festgeschrieben haben. Sie suchen nach Spuren, die alternative Rezeptionsweisen erschliessen; so eröffnen sie Wege für eine ungeahnte Verortung in der Kunstgeschichte: Sie entdecken die Moderne neu. Dabei spielt das Moment der Inspiration, das in der Neubewertung der Vergangenheit liegt, eine bedeutende Rolle: Die Moderne wird zum Reservoir.
     

    Ausstellungseröffnung
    Donnerstag, 8. Februar 2018
    ab 18 Uhr

    Um 18.30 Uhr
    Grusswort der Regierung

    Einführung
    Friedemann Malsch und Christiane Meyer-Stoll, Kuratoren der Ausstellung


    Eine Produktion des Kunstmuseum Liechtenstein mit Werken aus der eigenen Sammlung, kuratiert von Friedemann Malsch und Christiane Meyer-Stoll.

  • MäRZ 2018
  • Vortrag

    ‹the imaginary readymade›

    von Dieter Daniels
    In Kooperation mit der Liechtensteinischen Kunstgesellschaft.

    Marcel Duchamps Readymade kann einerseits als Kunst ‹ohne› Imagination – d.h. ohne eine Bildfindung verstanden werden (der Künstler macht kein Bild). Zugleich ist das Readymade in seiner Genese selbst etwas Imaginäres (die Betrachter machen die Bilder).

    Ausgehend von diesem Dualismus untersucht der Vortrag die Wandlung der Readymades im Laufe des ‹Readymade Century›. Zur Zeit ihrer Entstehung waren sie laut Duchamp ein «privates Experiment». Seit den 1960er-Jahren werden sie zu kanonisierten musealen Objekten. Entscheidende Bedeutung für diese Wandlung hat dabei die Edition von Duchamps Readymades als Multiples und die Ausstellung von Andy Warhols Brillo Boxes. Beide Ereignisse im Jahr 1964 markieren einen Wendepunkt in der Mitte des ‹Readymade Century›, der unmittelbare Relevanz für heutige künstlerische Praktiken des ‹schon Fertigen› hat.

    Dieter Daniels ist Professor für Kunstgeschichte und Medientheorie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB), Ausstellungskurator, Autor und Herausgeber von Monografien u.a. zu Marcel Duchamp, George Brecht und John Cage. 2017 kuratierte er das Symposium The Readymade Century am HKW Berlin.

  • MAI 2018
  • Vortrag

    100 Jahre Avantgarde

    von Margarete Vöhringer
    In Kooperation mit der Liechtensteinischen Kunstgesellschaft.

    Nach der Oktoberrevoution 1917 war nichts mehr beim Alten. Eine neue Gesellschaftsform – der Sozialismus – sollte entstehen. Alle Bereiche des Lebens wurden umstrukturiert. Eines der radikalsten Ziele war der «Neue Mensch». Auf die Künstler der Russischen Avantgarde übte die Idee des Neuen grosse Faszination aus, sodass gerade sie sich auch praktisch am gesellschaftlichen Umbau beteiligten. Dabei entwickelten sie einige der zentralen Merkmale moderner Kunst, die bis in die Gegenwartskunst weiterwirken, wie die Abwendung von Tradition und Akademismus, Originalität, Abstraktion, Technikeuphorie, Herabwertung des Originals und das Verschwinden des Autors. Einzigartigerweise begaben sie sich aber nicht in die politische Opposition, sondern ins Zentrum der Macht. Wo stehen die Künste heute?

    Margarete Vöhringer ist seit 2017 Professorin für Materialität des Wissens an der Georg-August- Universität Göttingen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Künste (v. a. zeitgenössische und moderne) im wissensgeschichtlichen Horizont sowie Materialität und Ästhetik der Wissenschaften. Autorin u. a. von Avantgarde und Psychotechnik. Wissenschaft, Kunst und Technik der Wahrnehmungsexperimente in der frühen Sowjetunion (Göttingen 2007).