• AUGUST 2018
  • Movie

    Il Vangelo secondo Matteo – Das 1. Evangelium – Matthäus

    von Pier Paolo Pasolini, IT/FR 1964, 131', I/d

    Pier Paolo Pasolini drehte sein mehrfach preisgekröntes und kontroverses Meisterwerk über Wirken, Tod und Wiederauferstehung Jesu nach dem Evangelium des Matthäus mit erlesenen Bildern und ausdrucksstarken Laienschauspielern. Abseits sentimentaler Klischees betont Pasolini – selber Atheist – die sozialen Aspekte der Botschaft Jesu und entwirft ein spirituelles Drama mit hohem Realitätsbezug, in dessen Zentrum die Figur und Lehren Jesu stehen: Christus nicht als milder oder leidender Heiland, sondern als leidenschaftlicher Bekämpfer des Unrechts, das die Menschen sich zufügen. Kein herkömmlicher Jesus-Film, sondern ein formal wie geistig individuelles, cineastisches Meisterwerk.

    Geboren 1922 in Bologna, wurde Pasolini provokanter Schriftsteller, Filmemacher und Publizist. Zeit seines Lebens skandalumwittert und umstritten, fiel er 1975 am Strand von Ostia einem Mord zum Opfer. Ein Strichjunge wurde verurteilt, widerrief die Tat jedoch nach seiner Entlassung. Nach einer grossen Unterschriftenkampagne wird die Akte Pasolini nun wieder geöffnet und sein Mordfall neu untersucht.

  • SEPTEMBER 2018
  • Movie

    Wittgenstein

    von Derek Jarman, UK 1993, 72', E/d

    Geistreich und witzig, konzentriert und bunt, eine philosophische Abhandlung und gleichzeitig eine spannende Biografie. Jarman erzählt die Geschichte von Ludwig Wittgenstein (1889–1951): Wiener Millionärssohn, Schullehrer, Krankenhauspförtner, Gärtner, Cambridge-Dozent, Kriegsoffizier, Kommunist und schwul. Wittgenstein, exzentrischer Philosoph (Tractatus  logicophilosophicus, 1921), für viele nur «der verrückte Ludwig», war ein leidenschaftlicher Kämpfer für die Wahrheit – nicht nur in der Logik, sondern auch im Leben.

    Die Leichtigkeit des Drehbuchs (an dem der Oxforder Anglist Terry Eagleton mitwirkte) und der originelle visuelle Ansatz machen Wittgenstein zu einem der prägnantesten und – trotz der Abstraktheit seines Sujets –  unterhaltsamsten Filme des britischen Regisseurs und Künstlers Derek Jarman (1942–1994).