• NOVEMBER 2021
  • Film

    The Invisible Life of Eurídice Gusmão

    von Karim Aïnouz, BR 2019, Pt/de, 139’
    In Kooperation mit dem Skino Schaan.

    «Karim Aïnouz erzählt in seinem unwiderstehlichen tropischen Melodram die Geschichte zweier Schwestern, die einander innig lieben, deren Leben durch patriarchale Strukturen aber auseinandergerissen werden. Er setzt an in Rio um 1950, wo Eurídice und Guida als lebensfrohe junge Frauen aufwachsen und sich nicht mit der Bestimmung abfinden wollen, dass Frauen im Versteckten ihrer Arbeit im Haushalt nachkommen sollen. […] Karim Aïnouz hat einen ungemein sinnlichen Film mit zwei starken Frauenfiguren gestaltet und erzählt von ihrer Leidenschaft wie ihrer Trennung zutiefst berührend. Es ist ein Blick rückwärts, um von der Gegenwart zu erzählen und anzudeuten, dass die Gesellschaft auf dem Weg zu einem Menschenbild Fortschritte gemacht hat, aber in Sachen Rolle von Mann und Frau nach wie vor ein grosses Entwicklungspotenzial aufweist.» (Walter Ruggle)
     

    Artist's Choice – Rivane Neuenschwander
    Brasilianische Traditionen spielen in der Arbeit von Rivane Neuenschwander, die 1967 in Belo Horizonte geboren ist und aktuell in São Paulo lebt und arbeitet, eine entscheidende Rolle. Zum Beispiel bezieht sich die Künstlerin in ihrem Werk I Wish Your Wish auf ein Brauchtum der Kirche Nosso Senhor do Bonfim in Salvador, Bahia, wo Gläubige sich Bänder an ihre Handgelenke oder an die Tore der Kirche hängen. In ihrem Film Quarta-feira de Cinzas/Epilogue [Aschermittwoch/Epilog] tragen Ameisen farbige Konfetti vom Karneval in Rio in den Wald.

    Für das Begleitprogramm zu ihrer Einzelausstellung knife does not cut fire luden wir die Künstlerin ein, eine Auswahl brasilianischer bzw. südamerikanischer Filme vorzuschlagen. Das Filmprogramm spiegelt nicht nur Interessen und Inspirationen Neuenschwanders wider, sondern erlaubt auch einen Einblick in die brasilianischen Kulturen.