• FEBRUAR 2020
  • Film

    Filmclub im Kunstmuseum

    The Terror von Roger Corman, Francis Ford Coppola, Jack Nicholson, USA 1963, 91´
    Dementia 13 von Francis Ford Coppola, USA 1963, 75´

    The Terror
    von Roger Corman, Francis Ford Coppola, Jack Nicholson, USA 1963, 91'

    The Terror, wie unzählige von Roger Cormans Low- Budget-Produktionen in wenigen Tagen gedreht, entstand in den aufwendigen Kulissen und mit den beiden Hauptdarstellern seiner kurz zuvor abgeschlossenen Poe-Verfilmung The Raven. Obwohl neben Corman selbst Francis Ford Coppola, Monte Hellman und dem Vernehmen nach auch Jack Hill und sogar Jack Nicholson Regie geführt hatten, zeichnet sich der Streifen erstaunlicherweise gerade durch dramaturgische Qualitäten sowie atmosphärische Dichte aus. Laut Corman «der verrückteste Film, den ich je gedreht habe».
     

    Dementia 13
    von Francis Ford Coppola, USA 1963, 75'

    Nachdem der junge Francis Ford Coppola seinen Fuss in die Türe Hollywoods gesetzt hatte, fand er sich schnell im ebenso grossen wie umtriebigen Umfeld von Roger Corman wieder. So drehte er dann für ihn The Terror und war noch im selben Jahr als Second Unit Director mit am Set von The Young Racers in Irland. Da Corman nach Beendigung der Dreharbeiten rund 30'000 US-Dollar übrig hatte, bot er Coppola an, mit diesem Geld sowie den noch vor Ort befindlichen Kulissen und Darstellern, auf die Schnelle einen zweiten Streifen runterzukurbeln – Dementia 13.
     

    The Terror und Dementia 13 wurden 1963/64 als Doppelprogramm in den Kinos gestartet.

  • MäRZ 2020
  • Film

    Filmclub im Kunstmuseum

    Point Blank von John Boorman, USA 1967, 91'

    «I want my money.» Von Anfang an macht Walker, der Protagonist in John Boormans Genreklassiker Point Blank, klar, dass er nur dieses eine Ziel verfolgt. Auch wenn seine Gegenspieler es nicht glauben können, dass er für läppische 93'000 Dollar den Kampf gegen eine übermächtige kriminelle Organisation aufnimmt, so ist dies doch sein einziger Antrieb. An Rache dafür, dass ihn sein bester Freund und seine eigene Ehefrau verraten haben, ist er hingegen nicht interessiert. Boorman zeichnet Walkers blutigen Pfad in stilistisch eindrucksvollen Bildern nach, die auch heute noch auf der Höhe der Zeit sind. Das  Ergebnis ist ein wegweisender, oft zitierter Neo-Noir, der Lee Marvin und Angie Dickinson in Bestform zeigt.

    Point Blank ist nicht nur einer der Vorzeige-Filme für das Scope-Format, das hier in voller Breite für allerlei abenteuerliche Bildkompositionen ausgeschöpft wird, sondern frönt auch der Tugend, seinem immer mysteriös bleibenden Hauptcharakter eine «zersplitterte» Darstellung von Raum und Zeit an die Seite zu stellen. Man weiss selten genau, wo und wann etwas passiert, und atmet so eine inszenatorische Frische, die man dem (nur anfangs) simplen Plot gar nicht zugetraut hätte.