21. Februar – 11. Juni 2017

Aus der Sammlung: Malerei – Schrift, Zeichen, Fläche

Claus Carstensen, ohne Titel (Membrane 14), 1991
Seit Ende des Zweiten Weltkriegs hat die Malerei verschiedene Entwicklungslinien verfolgt, die einerseits neue Wege beschritten, andererseits Traditionslinien der Avantgarden des frühen 20. Jahrhunderts fortführten.

Die Präsentation zeigt zwei dieser Linien auf.
Schrift spielt bereits in der Kunst des Kubismus und bei den Surrealisten eine gewisse Rolle, nach 1945 wird jedoch das Skripturale zu einem prägenden Element malerischer Praxis. Die Lettristen (Isou, Altmann) gingen dabei direkt vom Schriftzeichen aus, während sich andere Künstler verkürzter Zeichen (Twombly, Tapiès, Kehrer) bzw. expressiver Formkürzel (de Kooning, Stöhrer) bedienten. Parallel dazu wurde ein Aspekt der abstrakten Malerei der Vorkriegszeit weiterentwickelt, die Organisation von Flächen auf dem Bildträger. Sie können ausschliesslich zweidimensional wirken (Graeser, Uglow, Fruhtrunk, Nemours), bei einer jüngeren Generation werden Flächen darüber hinaus auch als Membrane zwischen Räumen verstanden (Carstensen, Büchel, Ikemura, Bohatsch) und entsprechend maltechnisch behandelt.