Th 30 March 18:00  Speech

Kunst und Geld

with Christina von Braun
In cooperation with Haus Gutenberg, Balzers, and the Liechtensteinische Kunstgesellschaft.
 
Um 1800 beginnt das Papiergeld in die Wirtschaft einzugreifen. Man verlässt den Goldstandard, als auch dieser dem Geld zu enge Grenzen setzt. Und heute, wo Geld nur noch elektronischer Impuls ist, lassen sich die Millionen sekundenschnell mit zusätzlichen Nullen versehen. Das ist aber auch das Problem: In dem Masse, in dem sich das Geld vermehrt, nähert es sich dem Nichts. Der Kunstmarkt wuchs parallel zum Papiergeld. Die Preise der Kunst verliehen dem Geld eine existentielle Sicherheit. Aber auch umgekehrt: Steigende Marktwerte garantieren, dass Kunst «echt was wert» ist – der Kaufpreis wurde so zum einzigen Kriterium für ihre Bewertung. Viele zerbrechen sich den Kopf über Auswege aus der Finanzkrise. Sollten wir uns nicht darüber Gedanken machen, wie wir die Kunst davor bewahren, Retterin des Geldes zu sein?

Christina von Braun (* 1944) ist Professorin für Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie hat zahlreiche Filme und Fernsehspiele gedreht sowie Bücher zu kulturwissenschaftlichen Themen veröffentlicht.

Link to the exhibition Who Pays?