Kunstwerk des Monats Februar

Georg Malin, Z-Würfel, 1990/97

Georg Malin

*1926 in Mauren



 Z-Würfel, 1990/97


Chromnickelstahl
340x340x340 cm

Auf dem Platz vor dem Vaduzer Postgebäude steht die Stahlskulptur des Liechtensteiner Bildhauers Georg Malin. Durch die quadratische Grundform ihren festen Ort de nierend, richtet sie sich zugleich nach vier Seiten auf die Umgebung aus und lädt mit der Dynamik ihrer Diagonalen dazu ein, um sie herumzugehen, sie in der Bewegung zu betrachten. Der Z-Würfel schafft einen Innenraum, ohne diesen vollkommen vom Aussen abzuschirmen. Er gewährt Ein- und Durchblick, und allein im Durchblick lässt sich das «Z» seitenrichtig erfassen.

Mit dem Würfel sowie den Buchstaben des Alphabets hat sich Malin in mehreren Phasen seines Schaffens auseinandergesetzt. Als Auftragsarbeit für den grossen Hof des Klosters Disentis setzte er 1988 einen massiven Bronzewürfel in die Mitte eines mit Wasser gefüllten Rundbeckens. Die Seiten ächen des Würfels werden von vertieften und erhabenen Diagonalen durchlaufen, die sich kreuzen und damit das Hauszeichen des Klosters nachbilden. Im Zuge einer intensiven Beschäftigung mit den plastischen und geistigen Qualitäten des Würfels – jenes höchst vollkommenen platonischen Körpers – erkannte Malin, dass sich manche Grossbuchstaben in dessen quadratische Seiten einschreiben lassen. So entstand zunächst eine Reihe massiver, das formale Prinzip des Disentiser Würfels variierender Buchstabenwürfel, ehe der Künstler begann, den jeweiligen Buchstaben vollplastisch durchzubilden. Derart in den Raum versetzt, wird das ursprünglich zweidimensionale Schriftzeichen nicht nur als repräsentierendes Symbol, sondern auch als körperlich präsente abstrakte Gestalt erfahrbar.

Georg Malin war nach einer universitären und gestalterischen Ausbildung als Lehrer, freischaffender Künstler und Wissenschaftler tätig, zudem engagierte er sich in der Liechtensteiner Landespolitik. Als Konservator der Liechtensteinischen Staatlichen Kunstsammlung, von deren Gründung 1968 bis zum Jahr 1996, hat er Aufbau und Gestaltung der Sammlung massgeblich geprägt.

<b>Georg Malin, Z-Würfel, 1990/97</b>
Das Kunstmuseum Liechtenstein stellt jeden Monat ein Werk aus der eigenen Sammlung in den Mittelpunkt der Betrachtung. Auch werden regelmässig Werke aus der Sammlung der Hilti Art Foundation auf diese Weise vorgestellt.